E-Mail und Internet

Die Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant

Mit der zunehmenden Nutzung von internet Kommunikationsmitteln, ist die Kommunikation zwischen Anwalt und Mandant viel schneller und billiger.

Allerdings gibt es zwei Fragen, die für eine solche Kommunikation angesprochen werden damit es eigentlich ähnliche Rechtswirkungen als der Kommunikation per Post entspricht.

Auf der einen Seite, die digitale Unterschrift zur Bestätigung rechtlichen Verpflichtung und zweitens das allgemeinere Problem der Vertraulichkeit.

1. Die digitale Unterschrift

Bezüglich Erkennung des Korrespondents, ist die digitale Unterschrift jetzt praktisch und rechtlich in der Schweiz völlig umgesetzt (siehe detaillierte Informationen und Links auf der Website des Bundesamtes für Kommunikation). Ein digitales Dokument mit einem Zertifikat authentifiziert hat daher den gleichen rechtlichen Wert eines Papier-Dokumentes mit einer handschriftlichen Unterschrift (siehe Artikel 14 Absatz 2a OR).

Ab 1. Januar 2011, mit dem Inkrafttreten des Zivilprozessordnung und Strafprozessordnung, sollte die Kommunikation mit den Schweizer Behörden und Gerichte für alle Bürger möglich sein wenn sie es wollen (sehe Bundes Verordnung unter dieses Link). Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Zeilen ist dieser System noch seltsam gebraucht wegen schwache EDV Kenntnisse in den Anwaltsbüros sowie beim Gerichten obschon es gesetzlich gefordert werden kann.

Diese Zurückhaltung ist umsomehr problematisch weil der Gebrauch einer digitalen Unterschrift die Vertraulichkeit auch gewährleisten könnte (meines Erfahrens, verfügen digitalen Unterschriften automatisch Verschlüsselung wenn beide Korrespondente sie nützen).

Mit der schnellen Entwicklung neuer Technologien wird die digitale Signatur bald ersetzt oder mit der “Blockchain” verknüpft, die eine erhöhte Sicherheit der Datenintegrität garantiert.

Nach den neuesten Nachrichten verfolgt die Schweizer Regierung das sehr ehrgeizige Ziel, die Gerichtsakten bis 2022 zu entmaterialisieren. Angesichts der sehr begrenzten Kenntnisse der Akteure im Beruf, die vorher geschult werden müssen, und Entwicklungen, die in der “Blockchain” noch immer unausweichlich sind, wäre es überraschend, wenn diese Technologien bis zu diesem Datum verallgemeinert werden.

2. Vertraulichkeit

In Bezug auf die Geheimhaltung, ist es klar, dass der einfache Austausch von Informationen per E-Mail nicht den Bedingungen der Vertraulichkeit entspricht wie das Postverkehr es noch theoretisch garantiert.

Nach 20 Jahren Erfahrung ist der Unterzeichner nicht Kenntnis von Umständen, die ihn glauben machen, dass eine Verletzung des Berufsgeheimnisses oder sogar unbeabsichtigt könnte, erzeugt, zumindest in Bezug auf den Teil, der für die er verantwortlich ist.

Allfällig, ist die zunehmende ungewollte Überwachung vom Internet Verkehr heute evident.  Deshalb ist es wichtig für die juristische Kreisen diese neue Technologien sehr ernst zu nehmen.

Pierre Serge Heger – 02.09.2018     pierre.serge.heger@legalus.ch